Folgen, aber bis zum Ende? | Petrus

Bibel: Johannes 1 : 41-43

Wie anders kann das Leben verlaufen, als wir gedacht haben. Wie kann unsere Hoffnung zunichtegemacht werden. Wie enttäuscht können wir über etwas oder jemanden sein. Und was tun wir dann? Wie reagieren wir? Oft kommt dann zum Vorschein, was tief in uns lebt.

PETRUS ERZÄHLT HIER EHRLICH DARÜBER. 

Er ist noch jung, von Beruf Fischer, begeistert und er weiß, wie man anpackt. Zusammen mit seinem Bruder Andreas ist er beim Fischen. Plötzlich steht Jesus bei ihnen.  

„Folge mir nach, und ich werde dich zu einem Menschenfischer machen“, sagt Jesus zu Petrus. Das bedeutet: Verlasse deinen Fischerberuf, lass dein Leben von mir führen und ich werde dir einen neuen Beruf beibringen. Petrus tut, was Jesus sagt. Er hat Jesus liebgewonnen und möchte gerne zu Jesus gehören. Zunächst glaubt Petrus, dass Jesus gekommen ist, um sie von der römischen Besatzung zu befreien und dass ein Friedensreich auf Erden kommen wird. Es beginnt eine neue Zeit im Leben von Petrus. Er wird ein Nachfolger, ein Jünger von Jesus. Aber wie wird es weitergehen? 

PETRUS BEKOMMT VIEL UNTERRICHT. 

Regelmäßig nimmt Jesus Petrus und auch andere Nachfolger mit auf einen Berg am See Genezareth. Dort hören sie vom Reich Gottes. Eine von Jesu bekanntesten Reden wird die Bergpredigt genannt (Matthäus 5-7). Weltweit haben sich Menschen über den Inhalt gewundert. Viele Leben wurden dadurch zum Guten verändert. Gerade weil er über Recht und Gerechtigkeit, über Seligkeit (wahres Glück) und Aufrichtigkeit sprach. Auch damals waren die Menschen von Jesu Worten beeindruckt. Er spricht ganz anders als die religiösen und politischen Führer jener Zeit. Er spricht mit Autorität und Vollmacht, aber zugleich zeigt er, dass er nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen. Er kam nicht für sich selbst, sondern er wollte für andere da sein. Er hatte inneres Mitgefühl mit Kranken, Armen, Lahmen und Blinden. Jesus spricht nicht nur über Seligkeit und Gerechtigkeit, sondern zeigt es auch. Auch im Leben von Petrus.  

PETRUS’ SCHWIEGERMUTTER IST KRANK. 

Eines Tages geht Jesus mit Petrus nach Hause. Dort liegt die Schwiegermutter von Petrus. Schwer krank. Sie hat hohes Fieber. Was für eine Spannung und Unsicherheit. Wird sie am Leben bleiben? Wird sie sterben? Fragen, die wir kennen. Jesus berührt sie. Im selben Moment verschwindet das Fieber. Wo Jesus hinkommt, müssen das Böse und die Folgen des Bösen weichen. Denn von ihm heißt es: Er hat unsere Krankheiten auf sich genommen und unsere Schmerzen getragen. Und Jesus heilt viele Kranke in jener Zeit. Überall, wo er hinkommt, tut er mächtige Zeichen und Wunder. „Denn der HERR öffnet die Augen der Blinden und richtet die Gebeugten auf. Der HERR liebt die Gerechten. Der HERR bewahrt die Fremdlinge. Er hält die Waise und die Witwe aufrecht. Aber den Weg der Gottlosen kehrt er um. Und der HERR wird in Ewigkeit herrschen.“ (Psalm 146:8-10).  

Und Jesus zeigt, wer Gott ist. Das weiß er, denn er ist der Sohn Gottes. Und wer Jesus gesehen hat, der hat den Vater (Gott) gesehen. Durch Jesus lernt Petrus immer mehr, wer Gott ist. Und Gott ist ganz anders, als er gedacht hat. Das lernt er besonders in den Stürmen des Lebens, auch Krisen genannt. Momente, in denen alles wankt und die Hoffnung im Leben schwindet.  

PETRUS IM STURM. 

„Wir fahren ans andere Ufer des Sees“, sagte Jesus eines Tages. Mehr Erklärung brauchten die Jünger nicht, sie folgen! Die meisten von ihnen, Petrus jedenfalls, waren auf dem Wasser zu Hause. Plötzlich kommt buchstäblich ein Sturm auf. Und kein kleiner. Innerhalb weniger Augenblicke droht das Schiff zu sinken oder an den Wellen zu zerbrechen. Petrus hat Angst. Er sieht dem Tod ins Auge. Kein Stolz und keine heldenhaften Geschichten mehr. Er schreit es heraus! Und Jesus, wo ist er? Er schläft, vorne im Boot. Die Jünger wecken ihn: „Rette uns, wir gehen unter!“ 

Mitten im Sturm schaut Jesus sie an: „Ihr Kleingläubigen, warum habt ihr solche Angst?“  

Dann steht Jesus auf und befiehlt dem Wind und dem See. Sofort wird es still. Atemlos still.  

Petrus und die anderen rufen erstaunt aus: „Wer ist dieser Jesus, dass ihm sogar Wind und See gehorchen?“ 

PETRUS GIBT ANTWORT. 

Eine Weile später fragt Jesus seine Jünger: „Wer sagen die Menschen, dass ich bin?“ Die Meinungen der Menschen waren geteilt. Manche sagten, er sei ein Prophet, andere sagten, er sei Elia, der große Prophet aus alter Zeit. Auch heute denken die Menschen unterschiedlich über Jesus. Es gibt Menschen, die seinen Namen als Fluchwort benutzen. Andere sagen, er war ein guter Mensch, ein Vorbild für uns. Manche gehen weiter und sagen, er sei ein großer Prophet.  

„Aber ihr“, sagt Jesus dann, „wer sagt ihr, dass ich bin?“ Petrus antwortet sofort: „Du bist Jesus Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“  

„Selig (wirklich glücklich) bist du, Simon, Sohn des Jona (anderer Name für Petrus), denn diese Worte hast du nicht von dir selbst, sondern von meinem Vater (Gott), der im Himmel ist.“ Das sind lobende Worte.   

Aber kaum hat Jesus das gesagt, erzählt er etwas, das Petrus überhaupt nicht versteht.  

„Die Zeit ist nahe, dass ich gefangen genommen werde und leiden und sterben muss.“ Das hatten sie nicht erwartet. Jesus, der Sohn Gottes, leiden und sterben? Sie hatten eher gedacht, dass er die Feinde aus dem Land vertreiben und als König für immer auf Erden herrschen würde, ein Friedensreich gründen würde, auf das alle warten. Petrus will das nicht hinnehmen. „Das wird nicht geschehen!“ Mit diesem Kampfgeist von Petrus wird Jesus wohl zufrieden sein. Aber nein.  

PETRUS WIRD GEWARNT. 

„Geh weg hinter mich, Satan! Denn was du jetzt sagst, ist nicht von Gott, sondern von den Menschen. Du versuchst, den Weg zu blockieren, den ich gehen muss.“ Was sagt Jesus da? Jesus macht deutlich, dass dieser Weg, der Weg des Leidens und Sterbens, der Wille Gottes ist. Und dass Petrus den Willen Gottes nicht darf, aber auch nicht kann aufhalten. Denn Jesus muss leiden und sterben, sonst wird es nie Erlösung und Vergebung geben. Dann wird es nie echten Frieden geben, denn dann behält der Satan – der große Unruhestifter und Zerstörer – die Macht und bleibt die Tür zu Gott für immer verschlossen.  

Viel später bekommt Petrus übrigens noch eine weitere Warnung, als Petrus sagt: Auch wenn alle dich verlassen, ich werde dich nie verlassen. Aber dann sagt Jesus: „Petrus, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnet haben.“ Und so ist es auch geschehen.   

PETRUS FÄLLT. 

Es hat nicht mehr lange gedauert. Jesus ist tatsächlich gefangen genommen worden. Er hatte die Macht, sich selbst zu befreien, aber er hat es nicht getan. Aus Liebe zu seinen Nachfolgern. „Der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“ (1. Timotheus 2:6a). Petrus folgt Jesus! Er will wissen, wohin die Feinde den überwältigten Jesus bringen und was mit ihm geschehen wird. Er bekommt Zugang zu dem Ort, wo Jesus verhört wird, aber schon bald wird er entdeckt. Dreimal wird ihm die Frage gestellt: „Du gehörst doch auch zu Jesus?“ Petrus hat Angst. Er will nicht gefangen genommen werden. Er will nicht sterben. Deshalb antwortet er, ja, er schwört sogar: „Ich kenne ihn nicht. Ich gehöre nicht zu ihm.“ Und als er das zum dritten Mal gesagt hat, beginnt der Hahn zu krähen. Gleichzeitig dreht sich Jesus um und sieht Petrus mit Augen voller Liebe an. Tieftraurig geht Petrus hinaus. All sein Stolz und Hochmut ist in diesem einen Moment gebrochen. Wie soll es jetzt weitergehen? Wird Jesus sich noch um ihn kümmern wollen? Er hat ihn so tief enttäuscht.  

PETRUS WIRD AUFGESUCHT. 

Jesus zeigt, dass seine Liebe, die Liebe Gottes, bedingungslos ist. Denn nachdem Jesus am Kreuz getötet wurde und drei Tage im Grab gelegen hat, steht er als der Sieger auf. Und was tut er dann? Er sucht Petrus auf. Er zeigt: Petrus, ich habe dich geliebt, noch bevor du geboren wurdest, und ich werde dich immer lieben. Die Strafe, die dir den Frieden bringt, ist auf mich gekommen, und durch meine Wunden hast du Heilung empfangen. Und dieser Jesus lebt noch! 

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