Bibel: Genesis 12
‘Komm doch mit!’ Das ist ein bekannter Aufruf, der im Alltag verwendet wird. Sie rufen jemanden, um mit Ihnen mitzukommen. Oder jemand ruft Sie, um irgendwohin mitzugehen. Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Meistens ist die erste Reaktion: ‘Aber wohin denn?’ Oder: ‘Warum?’ Stellen Sie sich vor, der andere ist darüber nicht klar und sagt nur: ‘Komm jetzt einfach mit. Ich verspreche dir, du wirst es nicht bereuen.’ Was würden Sie tun?
Es ist die Geschichte von Abram. Er lebt mit seiner Familie in Mesopotamien (dem heutigen Irak). Im täglichen Leben kümmert er sich um die Schafe. Ein Beruf, der vor über fünftausend Jahren weit verbreitet war. Abram hatte es gut. Er hatte keinen Grund, seine Situation zu verändern. Doch Abram hatte einen großen Kummer. Er war mit Sara verheiratet, aber sie hatten kein Kind bekommen.
Unerwartet geschieht etwas im Leben von Abram. Gott (der Schöpfer von Himmel und Erde) spricht zu ihm. Abram erhält einen Auftrag. Er soll sein Land, seine Familie und das Haus seines Vaters verlassen und in ein Land ziehen, das Gott ihm zeigen wird. Abram weiß nicht, welches Land das sein wird. Gott verlangt nur Gehorsam, mitzugehen und Ihm zu folgen. Doch Gott verspricht Abram, dass er zu einem großen Volk werden wird. Und dass in ihm alle Völker auf dieser Erde gesegnet werden sollen. Gott wird Abram segnen und ihm einen guten Namen geben.
Gott hat einen Plan. Er weiß, dass die Menschen auf der Erde ohne Ihn leben. Das war nicht immer so. Denn Gott hat die Erde und die Menschen gut gemacht. Ohne Mängel. Am Anfang gab es vollkommene Liebe und Harmonie. Trauer und Schmerz gab es nicht. Leider ist das nicht so geblieben. Die ersten Menschen, Adam und Eva, waren Gott ungehorsam. Anstatt Gott zu folgen, hörten sie auf den Teufel. Er ist der Lügner und Widersacher Gottes. Durch diesen Ungehorsam kam das Böse in die Welt, mit dem Tod als Folge. Aber trotzdem liebte Gott diese Welt weiterhin und deshalb kam Er mit Seinem Erlösungsplan. Gott würde Seinen eigenen Sohn, Jesus Christus, auf diese Erde senden, um die zerbrochene Beziehung zwischen Gott und den Menschen wiederherzustellen.
Und während niemand auf der Erde nach Gott suchte oder sucht, sucht Gott dennoch die Menschen auf. So wie Abram, dem Er diesen Auftrag gab. Denn aus seiner Familie sollte der verheißene Erlöser, Jesus, geboren werden.
Er hört auf die Stimme Gottes. Sein Leben verändert sich komplett. Nicht länger folgt er seinen eigenen Leidenschaften und Wünschen, sondern tut, was Gott von ihm verlangt. Das geht nicht von selbst. Abram muss viel lernen. Zum Beispiel, dass die Dinge im Leben nicht immer so laufen, wie er es will, aber immer so, wie Gott es will. Er lernte, dass Gott nicht ein bisschen, sondern völligen Gehorsam verlangt. Zum Glück ist Gott geduldig und vertrauenswürdig. Was Gott verspricht, das tut Er auch. Wenn Abram nicht weiß, wie es weitergehen soll, ermutigt Gott ihn. Wenn Abram in die falsche Richtung geht, korrigiert Gott ihn. Abram wird auch von Gott geprüft (erprobt), und daraus zeigte sich, dass Abram Gott mehr liebte als alles auf dieser Erde, was es auch sein mochte.
Da geht er in Richtung des unbekannten Landes. Es ist eine lange Reise, ohne Navigation. Aber Gott zeigt ihm den Weg, Schritt für Schritt. Als Abram schließlich in Kanaan (dem heutigen Israel) ist, macht Gott deutlich, dass dies das verheißene Land ist. Abram baut sofort einen Altar, denn er will Gott danken.
Doch schon bald wird Abram mit einer schwierigen Situation konfrontiert: Hungersnot! Was ist das jetzt? Gott hatte doch versprochen, dass…? Und warum läuft es jetzt so? Das kann auch unsere Erfahrung im Leben sein. Wenn es Gott gibt, dann…
Abram beschließt, nach Ägypten zu fliehen, wo es genug zu essen gibt. Eine verständliche Wahl. Aus einem reichen Hirten wird er ein Flüchtling. Aber je näher Abram der Grenze kommt, desto mehr Sorgen macht er sich. Denn Sara ist eine schöne Frau und Abram hat Angst, dass sie sie in Ägypten entführen und ihn töten werden. Abram denkt nach, wägt ab und entwickelt selbst einen Sicherheitsplan. In Ägypten geschieht genau das, wovor Abram Angst hatte. Verschiedene Männer in Ägypten sind neugierig, wer Sara ist. Und was sagt Abram? Sara ist meine Schwester. Abram denkt, mit einer Lüge sein eigenes Leben zu retten. Auch der Pharao erfährt davon. Es dauert nicht lange, und er nimmt Sara zur Frau. Abram bekommt dafür viele Geschenke, aber seine Frau ist er los. Und nicht nur seine Frau, er scheint auch Gott verloren zu haben. Mit all seinen Sorgen war Abram nicht zu Gott gegangen, sondern hatte sich auf seinen eigenen Verstand verlassen. Jahrhunderte später sagt Jesus: „Denn wer sein Leben erhalten will (es in eigener Hand behalten will), der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert (sich im Vertrauen Gottes Willen und Führung überlässt), um meinetwillen, der wird es finden.“ (Matthäus 16, Vers 25)
Gott vergisst Abram nicht. Denn Gott vergisst Seine eigene Verheißung nicht. Er regiert und sorgt dafür, dass Sara wieder zu Abram zurückkommt. Dadurch erhält Abram eine klare Lektion: Vertraue nicht auf dich selbst. Erwarte es nicht von dir selbst. Gott sagt: Komm zu Mir. Vertraue auf Mich. Erwarte es von Mir. Folge nicht dir selbst, deinen eigenen Wegen, sondern folge Mir. Mit dieser Lektion kehrt Abram nach Kanaan zurück. Abram lernte: Gott ist vertrauenswürdig. Gott ist gnädig.
Schon bald steht Abram auf seinem Lebensweg vor einer neuen Krise. Es entsteht ein Streit im Unternehmen. Die Mitarbeiter von Lot (einem Neffen von Abram) und die Mitarbeiter von Abram geraten in Konflikt. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich zu trennen. Abram ruft Lot zu sich. Er sagt zu Lot: „Du darfst wählen: Wohin willst du gehen?“ Was macht Lot? Sagt er: „Du bist älter, du hast mehr Recht, als Erster zu wählen?“ Nein, Lot schaut sich um und wählt scheinbar den besten Teil. Ein fruchtbares Tiefland, wo es genug Gras und Wasser für die Schafe gibt. In diesem Tal liegen die beiden großen Städte Sodom und Gomorra.
Abram findet das gut, selbst geht er in die andere Richtung. In Richtung der unfruchtbaren Wüste. Er überlässt es jetzt Gott. Ist das Sein Wille?
Lot ist kaum fort, da spricht Gott erneut zu Abram. Gott erinnert an Seine Verheißung. Er spricht Abram Mut zu: „Schau dir die Sterne an. Kannst du sie zählen? Abram, schau dir den Sand der Wüste an. Weißt du, wie viele Sandkörner hier liegen? Unzählbar viele. So groß wird deine Familie, deine Nachkommenschaft werden.“ Abram und Sara hatten immer noch keine Kinder und Sara war eigentlich schon zu alt, um noch Kinder zu bekommen. Doch bekommen Abram und Sara einen Sohn, zu Gottes Zeit. Bei Gott ist nichts unmöglich. Was Gott verspricht, das tut Er auch. Damals und auch heute.
Denn: „Was hat mir die Geschichte von Abraham zu sagen?“, denken Sie vielleicht. Tausende Jahre später ist Gottes Plan, aus der Familie Abrahams Seinen Sohn in die Welt zu senden, Wirklichkeit geworden. Jesus Christus, der Erlöser, kam auf diese Erde. Er rief die Menschen auf, Ihm zu folgen. Das tut Er noch immer. Er ruft auch Sie: „Folge mir.“
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