Lebenswahl | Ruth die Asylbewerberin

Bibel: Ruth 1 bis 4 

Entscheidungen treffen, das müssen wir alle. Das ganze Leben verlangt ständig nach Entscheidungen. Was machen wir heute? Was essen wir heute Abend? Welche Ausbildung werde ich machen? Welche Arbeit möchte ich machen und wo? Auf welche Schule schicke ich meine Kinder? Ist dies der Mann oder die Frau meines Lebens? Nicht jede Entscheidung ist gleich wichtig, aber es gibt Entscheidungen im Leben, die von lebenswichtiger Bedeutung sind. In der Bibel lesen wir von zwei Frauen, die sich ebenfalls entscheiden mussten. Sie heißen Orpa und Ruth und wohnen in Moab. 

Eines Tages kommen Flüchtlinge aus dem Land Israel nach Moab. Es sind Elimelech und Naomi mit ihren Söhnen Machlon und Chiljon. Sie haben das Land Israel wegen Krieg und Hungersnot verlassen. Als Fremde versuchen sie, sich in Moab ein neues Leben aufzubauen. Doch schon bald kommt großes Leid: Elimelech stirbt. Naomi bleibt als Witwe mit ihren beiden Söhnen zurück. Diese kommen in Kontakt mit Frauen aus Moab, und es dauert nicht lange, bis sie beide heiraten. Der eine heiratet Orpa, der andere Ruth. 

So vergehen zehn Jahre, bis erneut Trauer eintritt. Nach Elimelech sterben auch Machlon und Chiljon. Naomi bleibt allein mit ihren beiden Schwiegertöchtern zurück. Es sind einschneidende Ereignisse in ihrem Leben. Dann kommt eine Nachricht aus Israel, ihrem Geburtsland. Naomi erfährt, dass der HERR Gott wieder für Nahrung gesorgt hat. Naomi kann nicht länger in Moab bleiben. Sie will zurück in ihr eigenes Land, das Land, das der HERR ihnen gegeben hat und in dem sie Ihm dienen kann. 

Die Bibel ist das Buch Gottes. In der Bibel verwendet Gott für sich verschiedene Namen. Das hängt von der Eigenschaft Gottes ab, auf die in dem jeweiligen Abschnitt der Schwerpunkt gelegt wird. Wenn der Name Jehova oder Jahwe verwendet wird, bedeutet das, dass Gott der unveränderliche Gott ist. Im Deutschen wird dieser Name mit HERR übersetzt.

Da geht sie. Zurück in Richtung Grenze, zusammen mit Orpa und Ruth. Drei Gräber lässt sie zurück, mit einem Herzen voller Schmerz und Gedanken voller bitterem Kummer. Orpa und Ruth gehen mit ihr, sie lieben Naomi und wollen mit ihr gehen. Die Grenze rückt näher. Dann bleibt Naomi stehen. Sie schaut ihre beiden Schwiegertöchter an und sagt: „Kehrt nun zurück in das Haus eurer eigenen Mutter. Ich wünsche euch, dass der HERR für euch sorgen wird, so wie ihr für mich und meine Söhne gesorgt habt. Dass der HERR euch Ruhe gibt mit einem neuen Mann.“ Danach gibt Naomi beiden einen Kuss zum Abschied. Orpa und Ruth beginnen zu weinen und sagen zu Naomi: „Wir werden sicher mit dir gehen, jetzt, wo du zu deinem Volk zurückkehrst.“ Aber Naomi schüttelt den Kopf und sagt erneut: „Kehrt um, meine Töchter. Geht, denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu haben und euch Söhne zu geben.“ Wieder brechen Orpa und Ruth in Tränen aus. 

Naomi tut dies, um ihre Schwiegertöchter auf die Probe zu stellen. Orpa und Ruth müssen eine Entscheidung treffen. Mit Naomi in ein neues Leben in einem unbekannten Land gehen oder ins alte Leben zurückkehren. Orpa schaut ihre Schwiegermutter an und küsst sie. Dann dreht sie sich um und kehrt zurück, wie ihre Schwiegermutter es gesagt hat. Ruth bleibt stehen und klammert sich an Naomi. 

Naomi bemerkt es und sagt zu ihr: „Sieh, deine Schwägerin ist zu ihrem Volk und ihren eigenen Göttern zurückgekehrt. Kehre auch um, geh ihr nach.“ 

Aber dann sagt Ruth ganz bestimmt: „Dränge mich nicht, dich zu verlassen und von dir umzukehren; denn: wohin du gehst, dahin will ich auch gehen, und wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da will ich auch sterben und dort will ich begraben werden. So soll der HERR mir tun, und noch mehr, nur der Tod wird mich und dich scheiden.“ 

Naomi wird still. Sie merkt, dass Ruth fest entschlossen ist, mit ihr zu gehen, und dass Ruths Entscheidung keine oberflächliche ist. Nein, Naomi hört, dass Ruth hier wohlüberlegt eine gute Wahl getroffen hat. Eine Lebensentscheidung. Ruth hat sich für einen anderen entschieden, für ein neues Leben. Ein Leben mit dem Gott Naomis, ein Leben mit dem Volk Gottes. Sie will nicht länger ohne Gott leben, sie hat im Leben von Naomi gesehen und gehört, dass der Gott der Bibel der einzig wahre Gott ist. Ihre Entscheidung ist eine Glaubensentscheidung. 

Was für ein Unterschied zwischen der Entscheidung von Orpa und der von Ruth. Orpa hatte Naomi zwar liebgewonnen, aber sie liebte letztlich nicht den Gott Naomis. Sie kehrt nach Moab zurück, um ihr altes Leben wieder aufzunehmen, ein Leben, in dem der HERR für sie keinen Wert hat. Ruth geht mit Naomi mit. Wie eine Asylsuchende in ein unbekanntes Land, zu einem unbekannten Volk. 

Wie ging das Leben dieser beiden Frauen weiter? Von Orpa lesen wir nichts mehr. Die Spur ihres Lebens verläuft im Sande. Das ist immer noch so für Leben, in denen für den HERRN kein Platz ist. Das Leben ohne Gott endet im Tod. Von Ruth lesen wir jedoch, wie es weitergeht. Die Spur ihres Lebens nimmt eine wunderbare Wendung und endet im ewigen Leben. Wer von ihnen hat nun wirklich Zukunft? 

Das Leben von Ruth, höre nur. Gemeinsam kommen sie in Israel an: Naomi und Ruth. Sie haben nichts zum Leben. Aber der HERR sorgt für sie. Jeden Tag geht Ruth aufs Feld, die Tafel jener Zeit. Dort darf sie Ähren lesen, auch das war in der Bibel vorgeschrieben. Der Bauer des Landes, Boas, bemerkt diese Fremde. Er hört, dass Ruth ihr Land verlassen hat, um in einem Land zu wohnen, das ihr fremd ist. Er hört von ihrer Liebe zu Naomi und dem Gott Naomis. Boas sorgt dafür, dass Ruth extra Nahrung bekommt. Es dauert nicht lange, bis Ruth sogar Boas heiratet. Gemeinsam bekommen sie ein Kind, sein Name ist Obed. Jahre später wird aus der Familie von Boas und Ruth der Herr Jesus geboren. 

Jesus ist der Sohn Gottes. Maria war seine Mutter, durch sie wurde er auch Mensch. Er ist der Erlöser, derjenige, der diese Welt von Sünde und Bösem erlöst. Er hat auch Ruth erlöst und sie selig gemacht, das bedeutet vollkommen glücklich. Er ist es, der ihr ein neues Leben gegeben hat. Der Geist Gottes überzeugte Ruth davon, dass sie diese reiche und gute Wahl treffen musste. Deshalb konnte sie es tun. Es ist der Heilige Geist, der Leben verändert. Das tat er damals, das tut er heute noch immer. Dafür gebraucht er die Bibel, sein Wort. In der Bibel lesen wir von dem Gott Naomis und Ruths. Darin lesen wir, was ewiges Leben ist! Neues Leben, das er auch Ihnen geben will, wodurch Sie dieselbe Wahl wie Ruth treffen dürfen. Eine Wahl, die Sie niemals bereuen werden, sondern mit der Sie ewig glücklich sein werden.   

Johannes 17 : 3
Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und Jesus Christus, den du gesandt hast, erkennen.

Tielen Sie diesen Beitrag:

Bijbelcentrum

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung zu verbessern. Lesen Sie mehr

Schließen